Die Reise und das Gepäck

Die Reise

Jeder Weg, jede Reise ist anders – einmalig und unvorhersehbar. Das ist gut so, das macht das Leben im wahrsten Sinne spannend und aufregend. Und gleichzeitig ist es so: wenn wir aus der Vogelperspektive und zeitlich verdichtet auf das Leben schauen, dann können wir auf vielen Routen ähnliche Linien, Hindernisse und Wegmarken ausmachen.

Früher Mangel

stein-neuZu Beginn unseres Lebens sind wir ganz extrem auf Nahrung und Wärme, auf bedingungslose Liebe und Angenommensein, auf Verschmelzung und intuitives Verstehen angewiesen. Viele Menschen bekommen in ihren ersten Lebensjahren (und auch später) nicht genug davon. Solche Mangelerfahrungen führen dazu, dass wir Unsicherheiten und Zweifel uns selbst und der Welt gegenüber entwickeln, dass wir Angst vor Ablehnung haben, uns zurück ziehen, auf der Hut sind, versuchen „auf Nummer Sicher“ zu gehen.

Kreative Abwehr

Manche Gefühle sind für uns so bedrohlich, dass wir sie „abspalten“: wenn wir die Gefühle nicht mehr fühlen, können sie uns nicht vernichten. Wir sind sehr kreativ darin, Abwehrstrategien zu entwickeln, die uns zunächst beschützen. Im späteren Leben jedoch, wenn wir erwachsen und nicht mehr in so hohem Maße abhängig sind von anderen, passen diese Strategien nicht mehr – sie machen uns unfrei.

Sie führen uns „in die Welt ohne Jahreszeiten, wo du lachen wirst, aber nicht dein ganzes Lachen, und weinen, aber nicht all deine Tränen.“ (Khalil Gibran, aus „Der Prophet“, Über die Liebe)


Unser Gepäck

Von Beginn unseres Lebens an sind wir Erfahrungen und Bewertungen von anderen ausgesetzt – wie wir die Welt zu sehen haben, was richtig und falsch ist, was sich gehört und was nicht. Man hat uns beigebracht, wie wir die Welt zu sehen haben, 
um dazu zu gehören.
Wir haben eine fremde Welt übernommen, meistens ohne uns dessen bewusst zu sein. An erster Stelle sind es die Eltern, denen wir uns angepasst haben, deren Vorbild und Verhalten unsere Konditionierung bestimmen.

Viele der Strategien, die wir früh entwickelt haben, um unter den gegebenen Bedingungen so gut wie möglich zurecht zu kommen, sind im späteren Leben regelrechte Behinderungen. Eine kleine Auswahl solcher Abwehrstrategien sei hier kurz beschrieben.

Überhöhte Ansprüche

Um die Zweifel und Unsicherheiten uns selbst gegenüber zu kompensieren, beladen und überladen wir uns mit Ansprüchen.
Können wir diese nicht erfüllen, so führen wir einen chronischen inneren Kampf. Voll bis oben hin mit Ansprüchen, tragen wir immerzu die latente Unzufriedenheit mit uns herum, dass wir nicht okay sind, so wie wir sind – weil wir eigentlich anders sein sollten. Als Folge beklagen wir uns, kritisieren uns, be- und verurteilen uns, ja hassen und verachten uns vielleicht sogar für diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Wir etablieren in unserem Unbewussten sogenannte Glaubenssätze – die häufigsten sind:

„Ich bin nicht gut genug.“
„Ich bin nicht liebenswert.“

Diese Glaubenssätze sind besonders machtvoll, weil sie in unserem Unbewussten verankert sind: sie arbeiten im Stillen, sie sabotieren uns unbemerkt und machen viele unserer bewussten Bemühungen zunichte.

Das Diktat des Denkens

Auf dem Weg zu mehr Lebendigkeit stellen die meisten von uns fest, wie groß die Tyrannei des Denkens ist, dass wir uns extrem viele “unnötige“ Gedanken machen – besorgte, sich wiederholende und im Kreis drehende, zweifelnde, zu nichts führende, unnütze, destruktive Gedanken. 

Life-is-LennonWir erkennen, dass unser Denken unsere Wirklichkeit bestimmt und dass es uns davon abhält, einfach anwesend und im gegenwärtigen Moment zu sein. Diese Erkenntnis kann sehr machtvoll sein. Sie kann uns motivieren, uns dem Diktat des Denkens nicht mehr jederzeit zu überlassen, sondern andere Räume in uns zu erkunden.

Das Objektive und die Sparflamme

Wir klammern uns an die Tatsachen, an das „Objektive“ und vermeintlich Unumstößliche. Damit wähnen wir uns auf der sicheren Seite, damit glauben wir das Leben so einigermaßen im Griff zu haben.
Doch das ist erstens ein Irrtum und zweitens verlieren wir so den Blick für das Geheimnisvolle, das hinter den Dingen Liegende. Wir denken, anstatt zu lauschen. Es kommt darauf an, diese kleine, leise Stimme in unserem Inneren wieder zu (er-)hören und sie den Ton für unser Sein in der Welt angeben zu lassen. Ohne diese leise innere Stimme, ohne diesen Tiefgang leben wir auf Sparflamme: wir funktionieren, doch ein großer Bereich in uns bleibt unbelebt.

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kombilogo 06.12.

 

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